Filigrane Schönheiten
„Schmetterlingspark, war ich auch schon mal“ schallt es einem üblicherweise entgegen, wenn man die Sprache auf einen dieser inzwischen über ganz Deutschland verteilten „Insektenzoos“ bringt. Aber was steckt dahinter? Die eigentliche Faszination liegt nicht nur in den zweifelsohne spektakulären tropischen Schmetterlingen, sondern vor allem auch in dem hier „life“ zu verfolgenden Naturwunder der Metamorphose. Aus einer grünen, bunten oder stacheligen Raupe wird eine meist unansehnliche braune oder an ein verwelkendes Blatt erinnernde Puppe. Diese wiederum verwandelt sich in verhältnismäßig kurzer Zeit in einen der bunt schillernden, im Tropenhaus gaukelnden Falter, der in Wirklichkeit nur das schnell vergängliche Endstadium eines weitaus längeren Lebens im Verborgenen darstellt. Ein genauerer Blick in die meist etwas unscheinbar am Rande stehenden grauen oder erdfarbenen Insektarien lohnt sich für den Besucher auf alle Fälle, wird einem doch hier eines der Geheimnisse des Lebens auf dem Tablett, pardon, im Kasten serviert. Auch haben sich einige Schmetterlingsparks dem aktiven Schutz einiger der im Park gezüchteten Falter verschrieben und beteiligen sich an Forschungsinitiativen und Auswilderungsprogrammen seltener, in ihrem natürlichen Lebensraum fast schon ausgestorbener Arten. Die hier gezeigten weißen Baumnymphen (Idea leuconoe) sind in ihrer Heimat Indonesien gotlob noch recht zahlreich, so dass ähnliche Szenarien, wie das hier gezeigte, auch in freier Wildbahn noch vorstellbar sind.
Bild-Nr. 01-0788: Canon EOS 10D, 170mm, ISO 100, 0,4 sec, F11, Stativ.