Mai 2006

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Unterwasserflug

Bei diesem etwas außerirdisch anmutende Gesellen handelt es sich, für die meisten noch ganz gut erkennbar, um ein Insekt. Die Tatsache, dass die wenigsten Menschen es jemals zu Gesicht bekommen werden liegt nicht etwa daran, dass es so selten vorkommt, sondern einfach an der Tatsache, dass es die meiste Zeit seines Lebens unter Wasser verbringt. Die Ruderwanze (Corixa punctata) misst eine Länge von ca. 15 mm und kommt in stehenden und langsam fließenden Gewässern Europas und Mittelasiens vor. Das auch als „Wasserzikade“ bezeichnete Tier hat im Gegensatz zu allen anderen Wasserwanzenarten die erstaunliche Fähigkeit, direkt aus dem Wasser heraus zu starten und mit trockenen Flügeln davonzubrausen. Auf diese Art sind die mit ihren nach außen gestellten Ruderbeinen recht eigenartig aussehenden Wanzen in der Lage, bei Sauerstoffarmut die alte Heimat zu verlassen und neue, geeignetere Gewässer zu besiedeln. Eine weitere interessante Eigenart ist die Vorhaltung eines Sauerstoffreservoirs unter den Flügeldecken, was die Tiere leichter als Wasser werden lässt, so dass sie sich ständig an Pflanzenteilen festhalten müssen um nicht an die Oberfläche getrieben zu werden. Häufiger konnten wir beobachten, dass sich mehrere Wanzen an ein Blatt auf dem Aquariengrund klammerten, worauf es wie ein kleiner Fahrstuhl mitsamt seiner Fracht nach oben getrieben wurde. So gibt es im Mikrokosmos unserer Gewässer eine Menge bizarrer Dinge für den Makrofotografen zu entdecken. Man muss sich nur die Mühe machen nachzusehen.

Bild-Nr. 03-3522: Canon EOS 20D, ISO 100, 105 mm Makro, 1/40 s, F22, Sigma EM-140 DG Makroblitz, Stativ, Fernauslöser.