Überlebenskünstler
Auf Fels und Gestein sind sie wichtige Pionierorganismen (Erstbesiedler), denn sie wachsen selbst auf den kärgsten Flächen, die man sich nur vorstellen kann. In Ihrem Schutz sammeln sich erste Bodenspuren, worin sich Moose, Farne und schliesslich auch höhere Pflanzen ansiedeln können. Die symbiotische Lebensgemeinschaft überdauert mehrere Monate ohne Wasser und hält Temperaturschwankungen von -30 bis +70°C aus. Ein Wunder an Genügsamkeit, und dennoch so vielfältig und farbenfroh. Aufgebaut aus einem Pilz, in dessen Schutzmantel Grün- oder Blaualgen Photosynthese betreiben - die Lebensgrundlage der knorrigen Gesellschaft. Sie geben uns Auskunft über die Güte der Umwelt, können bis zu 4.500 Jahre alt werden und bergen wissenschaftlich betrachtet immer noch jede Menge ungelöster Geheimnisse. Selbst die harschen Bedingungen des Weltraums vermögen einige Arten über zwei Wochen lang zu überstehen. Wovon hier die Rede ist? Na klar, von den "Doppelwesen" schlechthin, den Flechten. Aus fotografischer Sicht bieten die rund 25.000 Spezies eine nicht enden wollende Vielfalt an Strukturen und Farben, die zu immer wieder neuen Bildkompositionen animieren. Ich kann jedenfalls nicht einfach an ihnen vorbeigehen...
Bild-Nr. 05-4984: vom Dia abfotografiert (Original: Canon EOS 50e, Fuji Velvia, ISO 50)