Wer bleibt da locker?!?
Es kommt nicht oft vor, dass einem ein wilder, in der Steppe frei lebender Löwe so direkt in die Augen bzw. in die Kamera schaut. Denn meist sind die Menschen, solange sie sich in Ihren fahrenden Safari-Blechkarossen befinden, für die majestätischen Tiere nur wenig interessant. Hat einen der Löwe jedoch einmal im Blick, kann man sich seinen bernsteinfarbenen Augen nicht entziehen. Jetzt ganz locker bleiben? Das ist bei mir dann nicht mehr drin. Ich fange fast augenblicklich an, die Luft anzuhalten und mich, abgesehen vom Finger am Auslöser, lieber nicht zu bewegen. Es sind genau diese Momente, die einem als Fotografen das frühe Aufstehen, das teils stundenlange Suchen nach einem Löwenrudel und das Warten auf ein wenig Bewegung in selbigem wirklich versüßen.
Doch warum ist dieser Blick so unausweichlich? Vielleicht ist es einfach die körperliche Überlegenheit, die einem ein Löwe in Freiheit in jeder Lebenslage unmissverständlich zu vermitteln weiß. Vielleicht sind es auch die eng zusammengezogenen, runden Pupillen, die - ganz anders als bei Hauskatzen mit ihren schlitzförmigen Pupillenformen - mehr Aggressivität mitschwingen lassen. Vermutlich kommen viele Dinge zusammen. Jedenfalls finde ich das total faszinierend und hoffe, noch häufiger solch intensive Naturerlebnisse genießen zu dürfen.
Bild-Nr. 09-7265: 1/100s, f 8, ISO 200, Av, 500 mm plus 1,4x-Extender, Bohnensack auf Autoscheibe